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Juli 2014 | Pressemitteilung der mb AEC Software GmbH

mb AEC Software GmbH stellt ein neues Verfahren zur Berücksichtigung des Verformungsausgleichs im Baufortschritts vor und implementiert dieses Verfahren in MicroFe und EuroSta

MicroFe-Modul M531, Verformungsausgleich im Baufortschritt

Während des Bauens treten Verformungen auf, die bereits im Baufortschritt, von Bauphase zu Bauphase, ausgeglichen werden. Dieser Effekt, der auf der Baustelle tatsächlich auftritt, muss bei der Modellierung des statischen Systems berücksichtigt werden.

Je nach Berechnungsverfahren erfolgt das entweder implizit, z.B. in der Positionsstatik durch Herausschneiden einzelner Tragglieder oder die Auswirkungen dieses Effektes werden durch Berechnung an Teilsystemen mit einer geschickten Belastungsanordnung gezielt vermieden, z.B. beim "Rechnen mit Systemwechsel". Je nach Tragstruktur kann eine Berechnung am Gesamtsystem ohne geeignete Berücksichtigung des Verformungsausgleichs zu falschen Ergebnissen führen.

Bei einem klassischen Hochhausquerschnitt mit einem relativ steifen Kern und angehängten Platten auf Pendelstützen kumulieren sich die einzelnen Stützenstauchungen in einer Berechnung am Gesamtsystem zu einer unrealistischen Gesamtverformung. Ein weiterer Fehler entsteht bei einer Berechnung im Gesamtsystem, indem Strukturen, die eigentlich erst später errichtet werden, trotzdem durch das Eigengewicht früherer Strukturen beansprucht werden.

Mit dem neuen Berechnungsverfahren "Verformungsausgleich im Baufortschritt" wird der Effekt des Verformungsausgleichs nicht mehr umgangen, sondern zu einem elementaren Bestandteil der Systembildung. Damit können jetzt Berechnungen am Gesamtsystem sehr einfach und korrekt durchgeführt werden.

Der Verformungsausgleich wird nach Berechnung von Teilsystemen aus den Verformungen aus Eigengewicht ermittelt und in das Gesamtsystem implementiert. Das Gesamtsystem wird so sukzessive zusammengestellt und beinhaltet den schrittweise aufgebrachten Verformungsausgleich.

Zusätzlich ermöglicht dieses neue Verfahren weitere nützliche Effekte, indem es das nachträgliche Hinzufügen oder Entfernen von Bauteilen und Lagerungsbedingungen (Hilfskonstruktionen) gestattet, ebenso Be- und Entlastungen während beliebiger Bauphasen.

Der Mehraufwand dieser Methode ist für den Anwender minimal. Bei klassischen Geschossbauten muss das Verfahren lediglich aktiviert werden. Bei komplexen, weniger geschossorientierten Strukturen wird zunächst das Gesamtsystem eingegeben, danach können beliebig viele "System- und Lastsituationen" definiert werden und die einzelnen Bauteile, Lasten oder Lagerungsbedingungen werden diesen Situationen in freier Kombination zugeordnet. Danach erfolgen vollautomatisch die Berechnungen je Situation bis hin zum Gesamtsystem.

Die Situationen entsprechen Bauabschnitten, deren Ergebnisse gemeinsam mit denen aus dem Gesamtsystem automatisch zur Bemessung herangezogen werden.

Die Rechenzeiten zur Lösung der statischen Aufgabe und der Bemessung erhöhen sich entsprechend der Anzahl der untersuchten Situationen, erfolgen aber im bekannten Workflow und ohne weitere Eingriffe des Anwenders.

Dieses neue Berechnungsverfahren steht als Modul "M531 Verformungsausgleich im Baufortschritt" für alle MicroFe und EuroSta-Modelle zur Verfügung, es setzt das Modul "System- und Lastsituationen" voraus. Das Modul M531 ist ab sofort erhältlich.

Weitere Informationen unter www.mbaec.de/modul/detail/M531/

Bildmaterial zum Download

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